Worte

Was wäre, wenn Worte mit den Wolken am Himmel um die Wette tanzen könnten?

Wenn Worte herabregnen und die Feuer auf dieser Erde löschen könnten?

Wenn sie wie Nebel aus den Ritzen verschlossener Versammlungsräume dringen könnten?

Drei Fragen, keine Antwort.

Doch was tun, wenn Angst den Worten die Flügel stutzt?

Wenn sie nicht mehr schweben können, sondern schwer wie Blei am Boden liegen?

Wenn ein Empfänger Lügen sieht oder sehen will, wo Anspruch ist, zu recherchieren, kritisch zu berichten, zu analysieren?

Wenn Worte vor Resignation zerfallen und die Wörter, die Buchstaben keine neuen Texte sprießen lassen, sondern in Schweigen zerbröseln?

Wenn die Fähigkeit des lauten Meinungschreibens irgendwo zwischen den Zeilen abhanden gekommen ist?

Wenn die Entfernung zwischen dem alten Spiel der Wörter und dem neuen Spielen im Worte des Auftraggebers groß geworden ist?

Wenn die Leidenschaft für Wortakrobatik in den Jahren des Funktionierens auf der Strecke geblieben ist?

Was dann?

Lesen. Lesen. Und wieder: Lesen.

So lange Texte aufsaugen, so lange beobachten, nachdenken, bis die Irritation über den Zustand unserer Welt neue Worte nach außen treibt. Vielleicht ist das eine Antwort.

Welttag des Buches

Am heutigen 23. April ist der „Welttag des Buches und des Urheberrechts“ – ein im Jahr 1995 von der UNESCO ins Leben gerufener, weltweiter Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren. Die Inspiration dazu gab der katalanische Brauch, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg am 23. April Rosen und Bücher zu verschenken.

Seit 1996 feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte den Welttag des Buches auch in Deutschland. Hier zu Lande koordinieren der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Stiftung Lesen viele Aktionen, in deren Mittelpunkt das Verschenken von Büchern steht. Und so erhalten rund um diesen Tag mehr als 800.000 Schülerinnen und Schüler das Welttagsbuch „Ich schenk dir eine Geschichte“. Zusätzlich lesen Kinder- und Jugendbuchautoren in vielen Buchhandlungen landesweit.

Unabhängig davon finden im Internet tolle Aktionen statt, organisiert von Bloggern, die anlässlich dieses Tages Lesefreude schenken.

Ich plane zwar nichts Offizielles auf meinem Blog, möchte aber trotzdem etwas tun. Also habe ich einige Bücher herausgesucht, die ich an einem der nächsten Tage in den öffentlichen Bücherschrank auf dem Kirchplatz der Gemeinde St-Markus in Hamburg-Hoheluft stellen werde. Das ist eine sehr schöne Einrichtung: Lesefreunde können kostenlos und anonym ihre alten Bücher hineinstellen und andere Titel mitnehmen – oder sich mit Büchern versorgen, ohne eigene Exemplare dort zu lassen.

Jetzt wünsche ich Euch noch einen schönen Welttag des Buches!

Von Brücken und Büchern

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Neulich bin ich mit meiner Kamera durch den Oberhafen und die Hafencity geschlendert. Die abendlichen Schatten auf der Oberhafenbrücke sahen mal wieder klasse aus!

Vor einigen Tagen habe ich übrigens eine interessante Meldung bei buchreport.de gelesen: Danach zeigt eine aktuelle Studie der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Deloitte, dass es bislang keine fundamentale Umwälzung bei der Mediennutzung in Deutschland gibt, und diese in naher Zeitung auch nicht zu erwarten ist. Eine der Prognosen der „Media Consumer Survey 2016“ lautet: Gedruckte und digitale Bücher werden weiter koexistieren.

Ich selbst bin (vielleicht) etwas altmodisch, was mein Leseverhalten bei Büchern angeht: Einen eReader habe ich nicht, trotz der unbestreitbaren Vorteile, da ich viel, viel lieber gedruckte Bücher lese. Ein richtiges Buch in der Hand halten, den Zeigefinger beim Umblättern unter die rechte, obere Ecke einer Seite schieben, das Papier spüren, es rascheln hören… Herrlich. In Buchhandlungen stöbern, das Buch in meiner Tasche mit mir herumtragen (was man ihm meist ein bisschen ansieht), es „ausgelesen“ zu den anderen ins Regal stellen, gegebenenfalls irgendwann wieder hervornehmen.

Wie steht Ihr zu diesem Thema: Lest Ihr lieber herkömmliche Bücher oder digitale?

Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag!

Anleger. Am Leser.

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Moin. Kurz vor dem Wochenende zeige ich Euch noch eine Hafenansicht… Diesen Blick auf den Anleger Hamburg-Altona (Fischmarkt) habe ich in der vergangenen Woche aufgenommen.

Übrigens: Ich habe auf der Internetseite von Deutschlandradio Kultur einen interessanten Artikel über „Silent Reading Partys“ entdeckt. Das sind stille Zusammenkünfte in Cafés – Zielgruppe sind Menschen, die mal wieder in Ruhe schmökern wollen. Der Autor hat solch eine Veranstaltung in Kiel besucht und getestet, ob es sich dort tatsächlich konzentrierter lesen lässt.

„Silent Reading Partys“ gibt es beispielsweise in den USA – etwa in New York, San Francisco und Seattle – sowie in London. In Deutschland dagegen sind solche Projekte relativ neu. Ich weiß nur von den im oben genannten Beitrag beschriebenen Events im Café Godot Kiel. Außerdem findet am 10. April Düsseldorfs erste „Silent Reading Party“ statt, ausgerichtet vom Kulturverein damenundherren.

Eine spannende Idee: Sie passt in unsere schnelllebige, handytongetaktete Zeit ständiger Erreichbarkeit. Allerdings weiß ich nicht, ob ich „Silent Reading Partys“ in meiner Nähe regelmäßig besuchen würde. Denn am besten kann ich mich zu Hause, in der Bahn oder (…an warmen Tagen zumindest) draußen aufs Lesen konzentrieren.

Wie sieht es bei Euch aus?

Hamburg – Leipzig – Hamburg

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Am Sonntag habe ich meinen ersten Becher Kaffee bereits um sechs Uhr morgens getrunken. Grund: Eine knappe Stunde später bin ich zum Hamburger Hauptbahnhof gefahren und von dort aus zur Leipziger Buchmesse. Es war ein inspirierender und spannender Tag! Was habe ich aus Leipzig mitgebracht? Selbstverständlich Bücher. Zeitschriften, Prospekte. Viele Anregungen und Ideen. Außerdem bin ich unglaublich motiviert, neue Kurzgeschichten zu verfassen (… in den vergangenen Monaten hatte ich aus beruflichen Gründen wenig Ruhe dazu).

Zwei Veranstaltungen fand ich besonders interessant: Zum einen hat Rainer Dresen, Leiter der Rechtsabteilung der Random House Verlagsgruppe, mit Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de über juristische Fallstricke bei der Buchveröffentlichung gesprochen. Zum anderen hat Carolin Reif von epubli die Autorin Kavitha Rasch befragt zum Thema „Als Indie-Autor in den Buchhandel“.

Beeindruckt hat mich wieder einmal der Besucherandrang!

Nach Angaben des Veranstalters hatte die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr insgesamt 260.000 Besucher auf dem Messegelände und dem Festival „Leipzig liest“ – nach 251.000 im Vorjahr.

Und noch etwas: Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat in der vergangenen Woche anlässlich der Buchmesse gemeldet, dass die Menschen hierzulande in ihrer Freizeit durchschnittlich 3 ¾ Stunden pro Woche lesen. Das gehe aus den Ergebnissen der Zeitverwendungserhebung 2012/2013 hervor. Die meiste Zeit – durchschnittlich 1 Stunde 24 Minuten – widmen sie der Lektüre von Zeitungen und Zeitschriften, während auf Bücher im Schnitt 49 Minuten wöchentlich entfallen.

Das heutige Regenwetter in Hamburg lädt sehr zum Lesen ein…

Ich wünsche Euch schöne Ostertage!