Schreibanregung zum Wochenstart

Kennt Ihr die Morgenseiten-Methode von Julia Cameron? Die amerikanische Künstlerin, Autorin und Kreativitätstrainerin hat diese Methode 1992 erstmals in ihrem Bestseller „The Artist’s Way“ („Der Weg des Künstlers“) vorgestellt. Sie beschreibt die Morgenseiten als wichtigste Technik, um die eigene Kreativität zu aktivieren.

Prinzip: Nehmt Euch Stift und Papier und schreibt jeden Morgen sofort nach dem Aufwachen drei Seiten voll. Es ist vollkommen gleichgültig, was Ihr schreibt – bringt alles zu Papier, was Euch in den Sinn kommt. Ob Ihr nun schreibt, was am Tag ansteht, was Euch gerade bewegt oder belastet, ob Ihr jammert oder schimpft… Und wenn Euch nichts einfällt, dann schreibt einfach das. Schreibt weiter, dem Bewusstseinsstrom folgend, bis die drei Seiten voll sind. Cameron bezeichnet das als „Gehirnentleerung“, da dies eine der Hauptfunktionen der Morgenseiten sei. Die Dinge, die man in den Morgenseiten aufschreibe, stünden zwischen einem selbst und der eigenen Kreativität.

Wer regelmäßig Morgenseiten schreibt, kann seinen inneren Kritiker zum Schweigen bringen (beziehungsweise lernen, mit ihm umzugehen). Dazu kommt: Wer auf dem Papier Tag für Tag, Monat für Monat über die gleichen Dinge klagt, wird irgendwann automatisch Veränderungen herbeischreiben.

Wichtig ist: Ihr schreibt die Seiten nur für Euch – niemand sollte sie lesen. Cameron empfiehlt, die Morgenseiten in den ersten acht Wochen auch selbst nicht zu lesen.

Also, wenn Ihr mögt, probiert es aus. Und seid geduldig mit Euch, falls Ihr zwischendurch ein paar Tage nicht geschrieben haben solltet. Versucht es einfach wieder.