Schreibanregung zum Wochenstart

Gestern war der Tag der Handschrift, den die US-amerikanische Writing Instrument Manufacturers Association (WIMA) im Jahr 1977 ins Leben gerufen hat. Das Datum geht zurück auf den am 23. Januar 1737 geborenen John Hancock, der als Präsident des Kontinentalkongresses der erste Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung war – mit einer sehr großen Signatur.

Schreibt Ihr noch häufig mit der Hand oder nutzt Ihr überwiegend Computer, Tablet und Smartphone? Ich schreibe trotz meiner Arbeit am Computer regelmäßig mit der Hand und schlage Euch vor, dies auch mal zu probieren, wenn Ihr es nicht ohnehin schon tut. Solltet Ihr also Freewriting-Übungen, andere Texte, Listen oder Ideen normalerweise über eine Tastatur eingeben – schnappt Euch doch beim nächsten Mal Stift und Papier und schreibt mit der Hand, wenn Ihr mögt.

Das Mercator Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache hatte im September 2019 den Faktencheck „Handschrift in der digitalisierten Welt“ mit Blick auf Kinder und Jugendliche veröffentlicht. Danach lässt sich die Frage, ob das Handschreiben Vorteile gegenüber dem Schreiben mit der Tastatur hat, nicht eindeutig beantworten. Es gebe zwar Hinweise darauf, dass das Schreiben mit der Hand zu besseren Gedächtnisleistungen führe und sich positiv auf die Entwicklung feinmotorischer und kognitiver Fähigkeiten auswirke. (Letztere bezeichnen die Fähigkeiten, Signale aus der Umwelt aufzunehmen und weiterzuverarbeiten.) Insbesondere schwache Handschreiber könnten aber auch vom Tastaturschreiben profitieren. „Auf Grundlage der bisherigen Forschungsergebnisse ergibt es daher keinen Sinn, das Handschreiben und Tastaturschreiben gegeneinander auszuspielen. Anstatt die Entweder-oder-Frage zu stellen, sollten Lehrkräfte besser beide Techniken fördern und fordern“, hatte der Direktor des Instituts, Michael Becker-Mrotzek, in der Pressemitteilung anlässlich der Veröffentlichung betont.

Als ich zur Schule gegangen bin, gab es noch keinen digitalisierten Unterricht. Zu meinem heutigen Alltag gehört beides, das digitale und das manuelle Schreiben. Im Hauptberuf verfasse ich meine Artikel am Computer, aber zumindest vor einigen umfangreicheren Texten finde ich eine handschriftliche Gliederung sinnvoll. Kurzgeschichten- und Blogpost-Entwürfe dagegen schreibe ich ebenso mit der Hand wie zum Beispiel Freewriting-Texte und Tagebuch-Aufzeichnungen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass meine Gedanken und Ideen mit dem Stift in der Hand unmittelbarer auf das Papier zu fließen scheinen, als wenn die Tastatur quasi dazwischensteht.

Also: Probiert es ruhig mal wieder aus, falls Ihr im Alltag kaum noch mit der Hand schreibt.

Viel Spaß dabei!